Autor: Nils

  • Gaia Vibration Soundsystem

    Gaia Vibration Soundsystem

    Nach meinen vorherigen Projekten war das Gaia Vibration Soundsystem mein Versuch, endlich richtig groß und vielleicht auch ein bisschen größenwahnsinnig zu denken. Der Name ist für mich Programm: Gaia Vibration steht für das ganz besondere Gefühl, das entsteht, wenn man vor einem massiven Stack steht. Es ist dieser Bass, der einem durch Mark und Bein geht und die positive Stimmung der Musik wortwörtlich einverleibt. Genau diesen Effekt wollte ich unbedingt selbst erzeugen können.

    Angetrieben von diesem Wunsch nach spürbarer körperlicher Präsenz, begann ich mit dem Bau der neuen Boxen. In dieser Phase identifizierte ich mich immer stärker mit der Soundsystem-Kultur. Ich verkroch mich für mehrere Wochen in der Werkstatt und kam gefühlt nicht mehr raus – es gab nur noch Essen, Schlafen und Bauen. Das war total crazy, krass anstrengend und ich war oft kurz vor dem Verzweifeln. Doch die Vorfreude wuchs mit jedem fertigen Bauabschnitt.

    Das Logo des Systems ist übrigens eine Weiterentwicklung des Kumikomusters, die durch die mehrfache Verdrehung dieses Musters entstand.

    Technisch entschied ich mich für die damals aufkommende Paraflex-Bauweise. Der Druck war im Vergleich zu den klassischen Hörnern, die man oft in der Dub-Szene sieht, einfach anders: Laut, extrem präzise und vor allem viel „tighter“. Diese Direktheit verbessert die Klangqualität meiner Meinung nach enorm. Zunächst bestand das System aus einem doppelten 18″ Subbass, einem 15″ Kickbass und einem 12″ Mittenhorn samt Hochtöner. Alles wurde – wenn auch stark erweitert – noch immer von Batterien und Car-Hifi-Verstärkern angetrieben, um mobil zu bleiben.

    Doch das System wuchs schnell. Schon bald bestellte ich die ersten PA-Verstärker, um an die nötige Leistung zu kommen, und nach einem Jahr war das Stack schließlich komplett erweitert.

  • Nilsonsound

    Nilsonsound

    Nach den ersten Gehversuchen entwickelte sich mein System über die Jahre stetig weiter. Die Schubkarre wurde zum Fahrradanhänger, die Topteile zu eigenen Kreationen. Ein separater Controltower, den ich abnehmbar gestaltete, war mir dabei super wichtig. So konnte ich mich endlich auf die andere Seite der Lautsprecher stellen, wie es bei großen Reggae & Dub Soundsystemen üblich ist. Man hört dort einfach viel besser, was man tut. Außerdem ist es in der Szene Tradition, dass die Menschen direkt vor dem Soundsystem tanzen und das Klangerlebnis genießen, anstatt dass der DJ wie in anderen Genres „angetanzt“ wird.

    Mit diesem System bildete sich in Mainz-Kastel eine schöne Community, mit der wir regelmäßig kleine, spontane Veranstaltungen am Rheinufer organisierten. Die Sonnenuntergänge dort und die vielen wunderbaren Begegnungen haben zu vielen neuen Freundschaften geführt. Schon in dieser Phase kamen die ersten Menschen auf mich zu, um zu erfragen, wie ich das mit der 12V-Technik anstellte. In dieser Zeit stand viel Ausprobieren und Testen auf der Tagesordnung. Einige meiner ersten Veranstaltungen waren Testläufe, oft in Kombination mit anderen Soundsystemen oder Crews.

    Ein besonderes Detail ist die Optik: Die Lautsprecherabdeckungen basieren auf einem japanischen Kumiko-Muster. Während meiner Tischlerausbildung fing ich an, mich für traditionelle Holzverbindungstechniken zu begeistern, und stieß so auf diese faszinierende, feinteilige Handwerkskunst.

    Da ich vorhatte, neue und noch größere Lautsprecher zu bauen, hatte ich mich dazu entschieden, das System abzugeben. Es befindet sich mittlerweile beim Drübberholz e.V. und wird dort unter dem Namen „Drübberholz Soundsystem“ weitergeführt.

    Nilsonsound Mainz-Kastel King Shiloh
  • Die Anfänge

    Die Anfänge

    Während Corona kam mir die Idee, einen Lautsprecher mit Rollen und viel Bass zu bauen. Zu dieser Zeit war ich durch einen Freund frisch mit der Soundsystemkultur in Kontakt gekommen und hatte Lust auf ein neues Projekt. Ohne viel Vorwissen oder Plan baute ich mir damals einen THAM15 Subwoofer mit einem Eighteensound PD1850, besorgte mir Pläne für ein Topteil von Jobst, durchforstete das Netz nach Möglichkeiten das ganze autark ohne Strom zum klingen zu bringen und hatte am Ende eine „Schubkarre“ für den Park.