Nach meinen vorherigen Projekten war das Gaia Vibration Soundsystem mein Versuch, endlich richtig groß und vielleicht auch ein bisschen größenwahnsinnig zu denken. Der Name ist für mich Programm: Gaia Vibration steht für das ganz besondere Gefühl, das entsteht, wenn man vor einem massiven Stack steht. Es ist dieser Bass, der einem durch Mark und Bein geht und die positive Stimmung der Musik wortwörtlich einverleibt. Genau diesen Effekt wollte ich unbedingt selbst erzeugen können.
Angetrieben von diesem Wunsch nach spürbarer körperlicher Präsenz, begann ich mit dem Bau der neuen Boxen. In dieser Phase identifizierte ich mich immer stärker mit der Soundsystem-Kultur. Ich verkroch mich für mehrere Wochen in der Werkstatt und kam gefühlt nicht mehr raus – es gab nur noch Essen, Schlafen und Bauen. Das war total crazy, krass anstrengend und ich war oft kurz vor dem Verzweifeln. Doch die Vorfreude wuchs mit jedem fertigen Bauabschnitt.
Das Logo des Systems ist übrigens eine Weiterentwicklung des Kumikomusters, die durch die mehrfache Verdrehung dieses Musters entstand.
Technisch entschied ich mich für die damals aufkommende Paraflex-Bauweise. Der Druck war im Vergleich zu den klassischen Hörnern, die man oft in der Dub-Szene sieht, einfach anders: Laut, extrem präzise und vor allem viel „tighter“. Diese Direktheit verbessert die Klangqualität meiner Meinung nach enorm. Zunächst bestand das System aus einem doppelten 18″ Subbass, einem 15″ Kickbass und einem 12″ Mittenhorn samt Hochtöner. Alles wurde – wenn auch stark erweitert – noch immer von Batterien und Car-Hifi-Verstärkern angetrieben, um mobil zu bleiben.
Doch das System wuchs schnell. Schon bald bestellte ich die ersten PA-Verstärker, um an die nötige Leistung zu kommen, und nach einem Jahr war das Stack schließlich komplett erweitert.






