Mit der âKlangkarreâ kam fĂŒr mich eine wichtige Erkenntnis: Gaia Vibration Sound muss kein einzelnes System sein. Es ist ein Projekt, das Musik erlebbar machen möchte und sich von Zeit zu Zeit wandelt.
Nachdem ich mein groĂes Soundsystem abgegeben hatte, blieb zunĂ€chst eine LĂŒcke. Doch genau in diesem Freiraum entstand etwas Neues, das mir zurĂŒckgab, was mit den schweren Lautsprechern und der komplexen Logistik in Hamburg verloren gegangen war: Die Leichtigkeit.
Die Klangkarre ist technisch gesehen ein âFrankensteinâ-Projekt im besten Sinne. Die Basis bildet ein alter, umgebauter FahrradanhĂ€nger, den ich auf eBay geschossen habe. Die Konstruktion aus OSB-Platten macht optisch keinen Hehl daraus, dass hier Pragmatismus vor Design ging. Sie sieht ein bisschen abgerockt und spartanisch aus â daher hat sie sich ihren Namen âKarreâ auch redlich verdient.
Doch der Schein trĂŒgt: Im Inneren arbeiten Komponenten, die ursprĂŒnglich mal ganz woanders ihren Dienst tun sollten. Die Lautsprecher hatte ich eigentlich fĂŒr mein Wohnzimmer gebaut, entsprechend hochwertig ist der Klang. Angetrieben wird das Ganze von drei Car-HiFi-VerstĂ€rkern und zwei massiven 100Ah-12V-Batterien.
Dieses Projekt erinnert mich stark an meine AnfĂ€nge wĂ€hrend der Corona-Zeit. Damals baute ich aus Isolation und Sehnsucht nach Bass meine erste kleine âSchubkarreâ. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zu damals:
Bei der ersten Version musste ich mir mĂŒhsam erarbeiten, wie 12V-Technik ĂŒberhaupt funktioniert. Ich habe recherchiert, getestet und Fehler gemacht. Bei der Klangkarre profitierte ich von all den Jahren Erfahrung, die ich mir mit Nilsonsound und dem groĂen System angeeignet habe. Ich musste nicht mehr grĂŒbeln, wie es geht. Ich hatte Technik ĂŒbrig, ich hatte das Wissen â ich musste es nur noch zusammenbauen.
Die Klangkarre hat vielleicht nicht den physischen âWummsâ der riesigen SubbĂ€sse meines alten Systems. Aber sie bringt etwas zurĂŒck, das viel wertvoller ist: SpontaneitĂ€t, MobilitĂ€t und die einfache Freude daran, guten Sound an Orte zu bringen, wo man ihn nicht erwartet.