Nilsonsound

Nach den ersten Gehversuchen entwickelte sich mein System über die Jahre stetig weiter. Die Schubkarre wurde zum Fahrradanhänger, die Topteile zu eigenen Kreationen. Ein separater Controltower, den ich abnehmbar gestaltete, war mir dabei super wichtig. So konnte ich mich endlich auf die andere Seite der Lautsprecher stellen, wie es bei großen Reggae & Dub Soundsystemen üblich ist. Man hört dort einfach viel besser, was man tut. Außerdem ist es in der Szene Tradition, dass die Menschen direkt vor dem Soundsystem tanzen und das Klangerlebnis genießen, anstatt dass der DJ wie in anderen Genres „angetanzt“ wird.

Mit diesem System bildete sich in Mainz-Kastel eine schöne Community, mit der wir regelmäßig kleine, spontane Veranstaltungen am Rheinufer organisierten. Die Sonnenuntergänge dort und die vielen wunderbaren Begegnungen haben zu vielen neuen Freundschaften geführt. Schon in dieser Phase kamen die ersten Menschen auf mich zu, um zu erfragen, wie ich das mit der 12V-Technik anstellte. In dieser Zeit stand viel Ausprobieren und Testen auf der Tagesordnung. Einige meiner ersten Veranstaltungen waren Testläufe, oft in Kombination mit anderen Soundsystemen oder Crews.

Ein besonderes Detail ist die Optik: Die Lautsprecherabdeckungen basieren auf einem japanischen Kumiko-Muster. Während meiner Tischlerausbildung fing ich an, mich für traditionelle Holzverbindungstechniken zu begeistern, und stieß so auf diese faszinierende, feinteilige Handwerkskunst.

Da ich vorhatte, neue und noch größere Lautsprecher zu bauen, hatte ich mich dazu entschieden, das System abzugeben. Es befindet sich mittlerweile beim Drübberholz e.V. und wird dort unter dem Namen „Drübberholz Soundsystem“ weitergeführt.

Nilsonsound Mainz-Kastel King Shiloh